Lammsbräu Fastenbier

Es ist Karfreitag und wir sind mitten in der Corona-Zeit. Auch wenn es hier ein Bierblog ist, ist mit Corona nicht das Maisbier gemeint. Aber ich habe mit der Brauerei Mitleid und kann mir gut vorstellen, dass man sich dort in der Geschäftsführung um eine Namensänderung Gedanken macht. Durch die Sondersendungen im Fernsehen und den Kontaktbeschränkungen ist Corona das durchgehende Thema und wenn etwas auf der Strecke geblieben ist, dann ist es die Fastenzeit. Eigentlich wollte ich schon kurz nach Aschermittwoch mich mit dem Thema Fastenbier beschäftigen, aber dann waren dann doch andere Themen deutlich im Vordergrund. So werde ich dann auf der Zielgerade noch aktiv.

Aber was ist das Fastenbier? Irgendwann im 17. Jahrhundert haben in Bayern Mönche das Fastenbier erstmalig gebraut und verkostet. In der Fastenzeit galt damals die der Leitspruch „Flüssiges geht, festes nicht“. Da Mönche einer körperlichen Arbeit nachgegangen sind, waren sie entsprechend geschwächt, wenn sie nichts essen durften. So haben Sie ein stärker eingebrautes Bier erfunden, dass durch einen höheren Zuckergehalt sehr nachhaft gewesen ist. Die Mönche haben bis zu fünf Krüge am Tag davon getrunken und konnten so gestärkt an die Arbeit gehen. Man bedenke, dass ein Krug 2 Liter Fassungsvermögen hatte, da haben die Mönche alleine schon beim Trinken ganze Arbeit geleistet. Das Fastenbier soll bis zu 11 % Alkoholgehalt gehabt haben und hob sich entsprechend vom damaligen Dünnbier ab.

Einige Mönche hatten aber ein Problem mit ihrem Gewissen und wussten nicht, ob das Bier, dass speziell zur Fastenzeit gebraut worden ist, auch in der Fastenzeit verköstigt werden darf. Der Legende nach haben diese Mönchen das Bier nach Rom geschickt, um sich dort das O.K. vom Papst geben zu lassen. Der Transport über die Alpen erwies sich als schwierig, die Temperaturschwankungen waren so groß dass das Bier auf dem Weg sauer geworden ist. Der Papst probierte das Bier und war schier begeistert von der Leidensfähigkeit der Brüder aus Bayern, dass er dem Verzehr des Fastenbier seinen Segen gegeben hat. Die Mönche konnte nun mit einem guten Gewissen das Fastenbier trinken und haben sich mit Sicherheit auf die nächste Fastenzeit wieder gefreut.

Die Brauerei Neumarkter Lammsbräu bietet ein alkoholfreies Fastenbier an und ich hoffe, dass es das Bier nicht nur in der Fastenzeit zu kaufen gibt. Es ist vollmundig und es ist sehr süffig. Selbst als alkoholfreies Bier ist das Bier nahhaft und macht satt. Für jeden verkauften Kasten spendet die Brauerei einen Euro an das Hilfswerk Misereor.

Es muss erwähnt werden, dass die Brauerei Neumarkter Lammsbräu neben dem Fastenbier noch zehn weitere alkoholfreie Biere im Sortiment hat. Davon ist ein Bier sogar glutenfrei. Und auch das schmeckt. Chapeau!

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