Glaabsbräu – Aufregend Anders!

Vor einigen Monaten habe ich mich mit der Geschichte des Malzbiers beschäftigt und bin da über den Namen Ferdinand Glaab aus Seligenstadt gestolpert. Bei einer folgenden Bierbestellung habe ich die bis dahin erhältlichen alkoholfreien Biere bestellt und eingelagert. Seit einigen Wochen habe ich die Getränkezeitung im Abo und sah dort, dass es von Glaabsbräu einen Winterradler gibt. Die Neugierde war groß, Biermarket freute sich über die Folgen.

Die Geschichte von Glaabsbräu aus Seligenstadt wird in diesem Jahr bereits 277 Jahre alt. So ist Glaabsbräu die wahrscheinlich älteste Brauerei in Südhessen. In den 1920er Jahren hatten der damalige Brauereichef Ferdinand Glaab und der Wissenschaftler Fritz Lux die Idee und das Know-How ein Malzbier herzustellen. 1931 hat Glaabsbräu die Lizenz erhalten Vitamalz zu produzieren. In den 2000er Jahren gab es für mich zwei interessante Ereignisse in Seligenstadt: Im Jahr 2004 hat die Brauerei das gesamte Biersortiment auf Bügelverschlussflaschen umgestellt und elf Jahre später wurde direkt die Brauerei neu gebaut. Und den letzten Schritt find ich mutig. Hier hat man den großen Schritt gewagt. Es wurde nicht nur neu gebaut, es wurde alles andere auch in die Hand genommen. Seit 2017 wird bis auf eine Sorte wieder auf den Kronenkorken gesetzt und das Erscheinungsbild hat sich zeitgemäß verändert. Die Brauerei setzt vermehrt auf regionale Rohstoffe.

Im Februar 2020 gab es eine grundlegende Änderung im Sortiment der alkoholfreien Sorten:
– das alkoholfreie Pils wurde aus dem Sortiment genommen,
– das alkoholfreie Weißbier hat eine neue Rezeptur erhalten und
– der alkoholfreie Sommerradler und das alkoholfreie Helles kamen neu ins Sortiment.

Die Brauerei hat laut Pressemitteilung in eine der besten Entalkoholisierungsanlage investiert, die es derzeit auf dem Markt gibt. Bestätigen kann ich das nicht, da ich die alkoholischen Biere der Brauerei nicht kenne, aber die alkoholfreien finde ich gut.

Das alkoholfreie Helle schmeckt, wie ich ein Helles kenne, wie ich es noch aus Zeiten kenne, als ich alkoholhaltiges Bier getrunken habe. Helles habe ich gerne getrunken, aber am liebsten in guter Gesellschaft, in der das Getränk nachrangig ist. So ist ein Helles ein Bier, das man gut „kippen“ kann. Es gibt keine Geschmacksexplosion, aber auch keinen negativen Geschmack. Und genau so ist es auch bei dem alkoholfreien Helle von Glaabsbräu.

Das alkoholfreie Weißbier hat einen ganz großen Vorteil: Es schmeckt nach einem Weißbier und nicht nach einem isotonischen Brauerzeugnis namenhafter Brauereien. Es schmeckt richtig gut, ein Bier zum genießen. Ich schmecke sogar einen nussigen Geschmack. So eine Feinheit habe ich seit über zwei Jahren nicht mehr erfahren dürfen. Ich mag aber auch die Optik des Bieres. Der feste weiße Schaum, naturtrüb und maisgelb. Richtig schön.

Selbst das Sommerradler gefällt mir. Ausgerechnet mir, da ich nun wirklich der kein Freund von Biermischgetränken bin. Aber Glaabsbräu ist aufregend anders! Neben dem Braumalz verwendet Glaabsbräu für die Kräuterlimonade Zitronenmelisse, Zitronenverbene, Thymian und Kerbel.

Im Oktober 2020 kam der Winterradler. Der Winterradler ist toll! Der Winterradler ist anders! Alleine schon die Zutatenliste lässt mich jubeln: drei verschiedene Male und zwei Hopfensorten. So eine Vielfalt sehe ich selten und statt der üblichen Zitronenlimonade finde ich eine solche mit Zitronen-, Mandarinen-, Orangen- und Ingwergeschmack neben dem alkoholfreien Bier. Durch den Namen Winterradler war ich auch auf Wintergeschmack eingestellt, aber warum eigentlich? Dieser Radler hat einen erfrischenden Kick im Geschmack, den darf es auch im Sommer geben. Der Winterradler dürfte ruhig in „Alljahresradler“ umbenannt werden.

Ich mag den Auftritt der Brauerei. Der Neubau der Brauerei wird auf der Homepage dokumentiert und die Firmen des jeweiligen Gewerks werden in Videos vorgestellt. Auch mag ich, wie die einzelnen Biere im Sortiment vorgestellt werden. Zum Teil so gut, dass die Neugierde groß ist, die eine oder andere Craft-Sorte zu probieren.

Einen Minuspunkt gibt es für den Online-Shop. Es wird zum Händler „Biermarket“ verlinkt, der die Biere von Glaabsbräu verkauft. Jedoch hat man keine Chance ein Bierglas oder ähnliches käuflich zu erwerben. Biermarket ist einer der attraktiven Online-Händler, das alkoholfreie Angebot ist groß.

Seligenstadt ist 61 km von Pfungstadt entfernt. Warum? Die Pfungstädter Brauerei war meine erste positive Biererfahrung aus Südhessen und Glaabsbräu folgt direkt. Vielen Dank! Wenn das Jahr 2021 so weitergeht, dann wird es ein aufregendes Jahr. Aufregend Anders!

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