Bitte ein Bit? – Die Bitburger Brauerei

Es gibt Brauereien, denen kann man nicht aus dem Weg gehen. Entweder aufgrund der Beliebtheit oder der Werbetätigkeiten des Unternehmens. Bitburger Pilsener war für mich immer ein Bier, was ich mir nie gekauft habe, was ich aber immer wieder gerne getrunken habe. Entweder wenn ich in einem Restaurant gewesen bin oder ich es auf einer Fete gereicht bekam. 

1992 hat die Brauerei ein alkoholfreies Pils produziert. Bitburger Drive hieß es und es war sehr gut. Es war wunderbar herb und ähnelte dem Bitburger Pilsener. Der Wunsch nach 0,0% Alkohol war da und bereits im Jahr 2007 wurde das Bitburger Drive zu Bitburger 0,0. Und seit 2013 ist das alkoholfreie Pilsener iostonisch und vitaminhaltig. Aus einem herben Bier mit charakterlichen Ecken und Kanten ist ein Mainstreamgetränk geworden. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich nachvollziehen, dass man einem Trend nachgegangen ist. Erdinger hat mit seinem alkoholfreien Weißbier eine Richtung vorgegeben, die der Konsument gerne aufgenommen hat. Mein Geschmack ist es nicht. Mir ist es zu seicht.

Breite Produktpalette

Bitburger hat in den letzten Jahren seine Produktpalette deutlich erweitert. Neben dem Bier Pilsener Bauart verkauft Bitburger nun einen Radler, eine naturtrüben Radler, ein Pils mit Cola, alkoholfreies Pilsener, alkoholfreien Radler, alkoholfreies Bitburger Grapefruit, einen alkoholfreien naturtrüben Radler, ein Kellerbier, ein glutenfreies Bier,  ein leichtes Bier, einen Winter- bzw. Maibock. Ganz neu ist nun Apfel Cider und einen Cola-Cider Mix.  Da kann einem schwindelig werden.

Die alkoholfreien Biere habe ich alle probiert. Ich schreibe bewusst probiert und nicht getestet. Das steht mir nicht zu, ich kann nur von meinem persönlichen Geschmack berichten. Das alkoholfreie Pils ist offensichtlicher herber im Vergleich zu den anderen alkoholfreien Bieren, jedoch gefällt mir im Abgang der süßliche Geschmack nicht. Das Bitburger Radler alkoholfrei schmeckt mir nicht. Es ist irgendwie zu süß. Nicht meins. Das Bitburger Grapefruit dagegen schmeckt. Die Grapefruit kommt wunderbar durch, es ist erfrischend, aber mir fehlt das Bier im Geschmack. Für den Sommer kann ich es mir gut vorstellen. Mein Highlight ist aber das naturtrübe, alkoholfreie Radler. Es ist herb mit einer wuchtigen Zitrone. Grundsätzlich sind Radler nicht meins, aber dieser wird oft in meinem Kühlschrank zum Besuch erscheinen. Jetzt bitte noch in 0,5 l-Flaschen abfüllen.

Fassbrause

Der Apfel, siehe Cider, scheint es den Brauern aus der Eifel angetan haben. Gab es mal einen alkoholfreien Apfel-Radler und eine Apfel Fassbrause.  Die Fassbrause ist ein anderes Thema. Hab ich Bitburger dafür geschätzt, dass sie eine Fassbrause mit Waldmeister und eine mit Rhabarber verkauft haben, habe ich nun mit Trauer vernommen, dass die beiden Sorten rausgekickt worden sind. Besonders um Waldmeister tut es mir leid. Das weckte immer Erinnerungen an meine Kindheit und man hatte nicht den Eindruck eine Zuckerbombe zu konsumieren.

Bitburger hat sich aber nicht von der Fassbrause verabschiedet. Mit einem frischen Etikett werden nun die Sorten Orange und Zitrone verkauft. Ich wollte den neuen Mitgliedern der Bitburger-Familie eine Chance geben. Es fällt auf, dass wieder auf Daten gesetzt wird, die gut für die Gesundheit sind. Die neuen Fassbrausen sind reich an Vitamin C und Zink. Glutenfrei sind sie auch noch. Die Fassbrause Orange schmeckt mir überhaupt nicht. Im Geschmack ist sie dünn und erinnert mich an die Orangenlimonade meiner Kindheit aus den Perlenflasche aus Glas (Achtung, Klugscheißerwissen: die nennt sich Normbrunnenflasche. Aber die Fassbrause Zitrone ist genau das Gegenteil. Sie schmeckt nach Zitrone, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Angenehm sauer, sehr erfrischend. Toll. Richtig toll. Da bin ich Fan von! Zitrone kann Bitburger.

Sierra Nevada & Eifelbräu

Vor einem Jahr hat mich die Brauerei aber so richtig überrascht. Zusammen mit der amerikanischen Brauerei Sierra Nevada haben die Strategen aus der Eifel zusammen ein dreifach gehopftes Bier gebraut. Gemeinsame Biersude sind in letzter Zeit in Mode gekommen, aber in der Regel schließen sich zwei kleine Craft-Brauereien für ein Projekt zusammen. Die Braumeister der beiden Brauereien kennen sich aus Studienzeiten und sie schmiedeten die Idee ein gemeinsames Bier zu brauen. Gerne hätte ich es mal probiert. 

Ganz neu bei Bitburger ist ein alkoholhaltiges Landbier. Das wird als Eifelbräu ausschließlich in der Gastronomie verkauft. Ob das nun während der Pandemie eine so glückliche Idee ist, wird sich zeigen. Aber vielleicht kommt etwas Bewegung in den Landbiermarkt. In Meschede-Grevenstein ist die Veltins-Brauerei ansässig und die haben schon seit geraumer Zeit das Grevensteiner im Sortiment. Ich würde mich freuen, wenn es aus der Eifel oder dem Sauerland ein alkoholfreies Landbier geben wird.

Flaschenpool

Über eine Nachricht aus dem vergangenen Jahr habe ich mich gefreut. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Freund der Individualflaschen der einzelnen Brauereien bin. Das tut dem Pfandsystem nicht gut, die leeren Flaschen müssen zu der ausgebenden Brauerei zurückgebracht werden. Oft habe ich ein Bier aufgrund der Individualflaschen nicht gekauft.

Im August 2020 haben die Bitburger-Braugruppe, die Krombacher Brauerei, die Radeberg-Gruppe und die Warsteiner-Gruppe gemeinsam verkündet, einen Flaschenpool vorerst für die 0,33 l-Longneck-Flasche zu gründen. Weitere Brauereien können sich gerne anschließen und vielleicht werden noch weitere Gebindeformen hinzukommen. Das mach Hoffnung.

Im letzten Sommer bekam ich ein passendes Glas zum alkoholfreien Bitburger. Das besondere an dem Glas ist ein eingearbeiteter NFC- Chip. Mit dem eigenen Smartphone kann der Chip ausgelesen werden und in diesem Falle wird eine Internetseite aufgerufen. Dort finde ich einen Link zum AppStore, um dort die Bitburger-App herunterzuladen. Die App bietet diverse Gutscheine, Coupons, Rezepte und den „Bit-Finder“. Ob man es braucht, weiß ich nicht, aber witzig finde ich es.

Bitte ein Bit? – Die Bitburger Brauerei
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