Was macht das Bier in Ginger Beer?

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, wie ich das australische alkoholfreie Bier von Bundaberg finde. Boah, da war ich beeindruckt. Australisches alkoholfreies Bier hatte ich noch nicht. Aber die Brauerei Bundaberg ist mir unbekannt. Was aber auch nicht so verwunderlich ist. Stutzig wurde ich aber, dass mein Gesprächspartner erzählte, er könne es in den meisten Getränkemärkten kaufen. Ich tat wissend und verabschiedete mich.

Stimmt, Bundaberg kann man in vielen Getränkemärkten kaufen. Mir sind die kleinen Flaschen auch schon oft aufgefallen, aber bewusst habe ich sie mir nicht angesehen. Bei meinem nächsten Einkauf habe ich zugegriffen und sah auf dem Etikett „Ginger Brew“. Als ich aus dem Bierbereich in den Limonadenbereich wechselte, fand ich Ginger Beer von Aqua Monaco und von Schweppes. Auch das landete in meinem Einkaufswagen.

Die heimische Recherche verriet mir, dass Ginger Beer nicht mit Bier zu tun hat. In dem Getränk „Alte Oma“ finden wir auch keine alte Oma. Ok, der der Vergleich hinkt, aber finde ich witzig. Ginger Beer gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich alkoholhaltig, mittlerweile ist in der Regel ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Die Gärung des Ingwers ist hauptsächlich da, um die Kohlensäure in das Getränk zu bekommen. Sehr verkürzt dargestellt. Aber wegen der Gärung kommt wohl auch die Bezeichnung Beer her.

Ich testete mich durch die einzelnen Flaschen. Das klassische Bundaberg ist pures Zuckerwasser. Mit Zitrone und Blutorange kommt Geschmack rein, jedoch die Krönung für mich ist die Weihnachtsversion: warum Nelken? Aqua Monaco und Schweppes grenzen sich ab, da man dort den Ingwer schmeckt.

Es gab aber tatsächlich mal ein Problem mit der Bezeichnung Ginger Beer. Thomas Henry hat 2010 ein Ginger Beer in Deutschland auf dem Markt gebracht und diverse Gerichte urteilten, dass der Durchschnittsverbraucher irritiert ist, wenn er Ginger Beer sieht und sich dann ein Bier vorstellt. Thomas Henry wird es dann mal zu blöd und er nennt sein Ginger Beer um in Spicy Ginger. Das passt übrigens gut zum alkoholfreien Martini.

Mittlerweile hat sich der Markt beruhigt und wenn man „Ginger Beer“ sieht, sollte auch dem Durchschnittsverbraucher klar sein, dass es nicht das hopfenbetonte Getränk sein.

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