Hamburg, meine Perle – Holsten, Kehrwieder, Überquell, Ratsherrn, …

Wenn ich mich offenbare, was ich alles aus Hamburg kenne oder bereits gesehen habe, brauchen. wir nicht viel Zeit. Ich weiß nicht, wie oft ich bereits am Hamburger Hauptbahnhof umgestiegen bin, aber den Bahnhof habe ich erst einmal verlassen. Auf dem Weg nach Stockholm, ja, mit dem Zug, habe ich einen langen Stopp in Hamburg-Horn eingelegt. Dort wohnt mittlerweile mein Cousin Paul und ist Pastor in der dortigen Freien Evangelischen Gemeinde. Für einen Folgebesuch möchte ich aber vorbereitet sein und schaute mir mal die Brauereien an.

Bei Bier aus Hamburg fallen mir zwei Dinge ein und beide haben etwas mit Holsten zu tun. Zum einen habe ich bei einem Umstieg in Hamburg zum ersten Mal ein Bier aus einer PET-Flasche getrunken. Positiv war, es war kalt und ich wusste, ich möchte künftig kein Bier mehr aus einer Plastikpulle trinken. Die andere Erinnerung habe ich an das Lied „Dosenbier“ der Gruppe Illegal 2001. Aus dem Lied ist der Begriff „Hopihalido“ (Holsten Pilsener Halbe-Liter-Dose). Gehört habe ich es im Radio, auf WDR 1, dem Vorläufer von Einslive. Ja das ist lange her.

Illegal 2001: Dosenbier

Holsten

Diesen Text schreibe ich am 24. Mai 2021 und das ist zufällig der 142. Geburtstag der Brauerei. Aber alles? Ne, das ist wie mit Cher, die vor einigen Tagen 75 Jahre alt geworden ist. Nur ein Teil ihres Körpers ist nun 75 Jahre alt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat Holsten stetig daran gearbeitet seine Marktmacht zu vergrößern. Holsten stieg bei Brauereien ein, übernahm oder erwarb sie, schloss die Produktionsstätten und verlagerte die Produktion nach Hamburg. Dazu gehören rahmenhafte Brauereien wie Lübzer, Astra, Licher oder König Brauerei, die mittlerweile zur Bitburger-Gruppe gehört. In Lizenz braut Holsten das australische Foster’s oder gründete die Marke Duckstein. Von Duckten würde ich gerne ein alkoholfreies Bier trinken wollen (trotz den Individualflaschen!). Seit 2004 ist Holsten eine Tochterfirma von Carlsberg.

Und wie schmeckt das alkoholfreie Holsten? Leider wie alle anderen alkoholfreien Biere der Großbrauereien auch. Verhalten herb und im Abgang recht süß? Eine rühmliche Ausnahme der Großen ist ja Jever, die vom Anfang bis zum Ende ein herbes alkoholfreies Pils haben. Aber Jever St. nicht Hamburg.

Das war es aber schon mit dem alkoholfreien Bier aus Hamburg. Wenn es nicht die jungen Wilden, die Craftbeer-Brauer, geben würde. Und da war ich echt von den Socken: Eine sehr umfangreiche, große Auswahl.

Kehrwieder Kreativbrauerei

Einer meiner Hamburger Helden ist Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei. Ich kenne ihn nicht, aber er ist der Vater von zwei alkoholfreien Bieren, die ganz oben mitspielen. von der Kehrwieder Kreativbrauerei gibt es das ü.NN. (über Normalnull). Eine als IPA getarnte Hopfenbombe. Das erste alkoholfreie IPA Deutschlands und dann ein so toller Aufschlag. Als ich beschloss keinen Alkohol mehr zu konsumieren, war das ü.NN. eines der ersten alkoholfreien Biere, dieser in den Sinn gekommen sind und ich wusste, auf Geschmack muss ich nicht verzichten. Das zweite Bier ist komplett anders. Das Road Runner ist ein Coffee Stout und ich konnte mir nicht vorstellen, wie das harmonisieren kann. Und das kann gut miteinander harmonieren. Das Kaffeearome schmiegt sich ganz toll in den herben Hopfengeschmack. Kalter Kaffee 2.0!

Ratsherrn

Vor nicht zu langer Zeit hat die Ratsherrn-Brauereien ein alkoholfreies Bio-Bier herausgebracht. Das Etikett ist mir besonders aufgefallen. Die Ratsherren Brauerei hat auf den Etiketten die Hamburger Halskrause abgebildet. Die Halskrause ist ein typisches Kleidungsstück, dass die evangelischen Pfarrer und Pfarrerinnen in Hamburg noch immer tragen. Leider habe ich nicht herausgefunden, wo die Verbindung bei der Brauerei ist. Das Bier selbst ist im Antrunk zitronig, ist aber im Abgang recht bitter. Beim zweiten Schluck ist man nicht mehr überrascht und man trinkt es gerne.

Uwe

Uwe, die erste Craftbeer-Brauerei Deutschlands. Das finde ich toll. Witzig ist der Name Uwe auf jeden Fall. Bei Medikamenten rege ich mich oft über die komplizierten Namen auf und frage mich warum die Tabletten nicht Hans, Helga oder Winfried heißen können. Und Uwe hat mich erhört. Also quasi warum aber nun die Brauerei Uwe heißt, das habe ich leider nicht herausfinden können. Inzwischen gibt es vier verschiedene Biere der Brauerei und alle vier Sorten sind recht solide Biere. Sie können sich mit den Brauerzeugnissen der großen Brauereien auf jeden Fall messen lassen. Das Alster-Ale muss ich mal vergessen haben. Aber selbst ein halbes Jahr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist es noch lecker erfrischend. Beim IPA zum Beispiel ist der Geschmack offen. Es fehlt der letzte Kick. Es ist nicht rund.

Überquell

Überquell liebe ich schon aufgrund derer Namen. Das Pillepalle ist deren alkoholfreies Bier. Fruchtig, hopfig, gut. Das ist ein sehr schönes Bier: maisgelb mit einer schneeweißen Schaumkrone. Die aber schnell in sich zusammen fällt.

Superfreunde

Superfreunde haben seit einem Jahr mit dem Okidoki ein alkoholfreies Bier am Start. Die Brauerei schreibt selbst über das Bier: „Dry-Hopped mit dem Hopfen Callista und sau lecker. Frisch, leicht malzig und fruchtig zitronig.“ Dem kann ich nichts hinzufügen.

Landgang & Wildwuchs

Zum Schluss habe ich noch die beiden Seebären. Ich gebe zu, ich dachte erst, beide Biere kommen aus einer Brauereien, aber dem ist nicht so. Einmal ist es die „Große Freiheit“ von Wildwuchs und von Landgang ist es „Der Kapitän“. Beide sind sehr dunkel und beide sind bitter. Ja, bitter, nicht herb. Die Brauerei Landgang schreibt selbst, dass deren Biere Ecken und Kanten haben, da sie sich bewusst von anderen Bieren abheben sollen. Passt. Aber „Der Kapitän“ ist die Vorbereitung auf die „Große Freiheit“. Mein Gott, wie wunderbar bitter ist das denn? Abgerundet mit einer feinen Malznote. Bei der „Großen Freiheit“ erinnerte ich mich an das Hövels Bitterbier. Das würde ich gerne mal wieder trinken. Es wäre echt toll, wenn es das mal alkoholfrei geben würde.

Fazit

Hamburg hatte ich echt nicht auf der Fahne. Und ich bin begeistert. Vielleicht darf ich mal bei meinem Cousin Paul in der Gemeinde predigen und ich nutze den daraus resultierenden Aufenthalt für eine Tour über die Brauereien.

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