Veganuary & Dry January – Nicht nur zwei Kampagnen

Seit geraumer Zeit gibt es übers Jahr verteilt diverse Kampagnen. So wie jetzt im Januar der „Dry January“ und der „Veganuary“. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, da habe ich mich gefragt, ob das wirklich sein muss. Ich dachte eigentlich, dass die Akzeptanz in der Gesellschaft für eine alkoholfreie und eine vegane Ernährung in der Mitte angekommen ist. Dachte ich.

Dry January

Zwischenzeitlich trinke ich alkoholfrei und ich ernähre mich so oft es geht tierfrei. So habe ich nun mit der Zeit einen anderen Blick gewonnen und ich erlebe andere Dinge. 

Meine Hauptspielfläche ist das alkoholfreie Bier und mindestens alle zwei Wochen habe ich ein Gespräch mit irgendeinem Menschen, der bzw. die mir erzählen möchte, wie schlecht alkoholfreies Bier ist, dass das nicht trinkbar sei und man das auch nicht finanziell unterstützen sollte. Ernsthaft. Oft frage ich, wenn ich überhaupt noch Lust dazu habe, wann mein Gegenüber zum letzten Mal ein alkoholfreies Bier getrunken hat und ich bekomme ernsthaft oft folgende Antworten:

  1. Man müsse kein alkoholfreies Bier trinken, um zu wissen, wie schlecht das ist. 
  2. Das weiß ich von einem Kumpel und ihm vertraue ich. 
  3. Vor 30 Jahren habe ich mal ein Clausthaler getrunken, und das war grausam.

Ähnlich ist es ja auch auf Feten, wenn man sich rechtfertigen muss, dass man keinen Alkohol trinkt. Das lasse ich mal so stehen. Da passt es, dass mir eine Frau öfters bereits gesagt hat, dass sie es bewundert, dass ich keinen Alkohol trinke. Sie schaffe es nicht darauf zu verzichten.

Es ist ja nicht so, dass Alkohol ohne Gefahren wäre. Vor einigen Tagen hörte ich einen Podcast über alkoholkranke junge Menschen auf 1Live. Alkohol wird zu sehr verharmlost in unserer Gesellschaft. Ich weiß es immer mehr zu schätzen, dass es Organisationen wie das Blaue Kreuz gibt.

Veganuary

Nun esse ich seit geraumer Zeit kein Fleisch und verzichte auf viele weitere tierische Produkte bei der Ernährung. Beim Fleisch war es ein schleichender Prozess. Irgendwann merkte ich, ich vertrage kein Fleisch mehr und habe immer mehr darauf verzichtet. 

Als Vegetarier würde ich mich eh nicht bezeichnen. Es muss wohl eine deutsche Marotte sein, dass man alles immer zu 100 % sein muss. Um dem vorzubeugen, erlaube ich mir diese sprachliche Spielerei und ich glaube fast, dass es nur mich interessiert 😉 Wenn ich im Restaurant meines Freundes Spyridon war, dass es seit Dezember 2022 leider nicht mehr gibt, konnte ich nicht widerstehen.

Auf Milch verzichte ich weitestgehend, da ich von einer Ärztin gehört habe, dass sie sich mit meinen Medikamenten nicht verträgt. Aber auf Käse möchte ich nicht verzichten. Was aber für mich am wichtigsten ist: Ich fühle mich wohler, es geht mir besser.

Am meisten nerven mich Gespräche, dass eine vegane Wurst nicht Wurst heißen darf und ein Schnitzel Fleisch enthalten muss. Auch dass mir andere Menschen ungefragt ihre Ernährungsformen erklären. Das macht kein Spaß.

In der letzten Woche habe ich die Steigerung von allem erlebt. Die Deutsche Bahn hat verkündet, dass sie in ihren Bordbistros nun zusätzlich eine vegane Currywurst anbietet. Ich dachte immer, wenn ich etwas nicht mag, kaufe ich es nicht. Die Kommentare in den sozialen Medien hatten aber den Anschein, dass der Himmel uns auf den Kopf fallen könnte (ja, ich bin mit Asterix sozialisiert worden).

So lange es noch solche verbohrten Holzköpfe gibt, sind solche Kampagnen wie „Dry January“ und „Veganuary“ nötig. Es geht nicht darum, dass man anderen Menschen eine bestimmte Ernährung vorschreibt. Sie sollen nur motiviert werden eine vegane bzw. alkoholfreie Ernährung auszuprobieren. Mehr nicht.

Veganuary & Dry January – Nicht nur zwei Kampagnen
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