Warsteiner – drei auf einem Streich

Die Warsteiner Brauerei Haus Cramer begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich erinnere mich, dass mein Vater gerne Warsteiner Pilsener getrunken hat und einer meiner Brüder ebenfalls. Er hat sich immer einen Sport daraus gemacht, das Warsteiner immer so günstig wie möglich zu kaufen.

Mein Verhältnis zu Warsteiner war sehr unterschiedlich. Als Flaschenbier mochte ich es nie, jedoch war es über einen langen Zeitraum das einzige Bier, dass ich bei meinem Bruder bekommen habe. Aber aus dem Fass habe ich es gerne getrunken. Ich habe auch keine Ahnung, warum es mir als Fassbier deutlich besser geschmeckt hat. Wenn es Einbildung gewesen ist, hielt diese lange an.

In jungen Jahren war ich auch recht oft in Belecke. Belecke ist ein Ort der zur Gemeinde Warstein gehört. Dort wohnte Verwandtschaft von mir und Günter war der evangelische Dorfpfarrer. Ich habe viel von ihm mitgenommen, aber leider ist er zu früh verstorben. Sehr froh bin ich, dass er mich einmal predigend erlebt hat. Das hat mir viel bedeutet.

Unfreiwillig negative Schlagzeilen

Die Warsteiner Brauerei ist leider Opfer negativer Schlagzeilen geworden. In den 1990er Jahren ist in der Hamburger Gastronomieszene das Gerücht aufgekommen, dass die Brauerei in Verbindung mit der Scientology-Kirche steht. Das Unternehmen stimmte sich gegen diese Gerüchte, schaltete teilweise ganzseitige Anzeigen in diversen Tageszeitungen, aber es dauerte knapp zwanzig Jahre bis das vorbei war. 

Weitere zwanzig Jahre später kam es zur nächsten Katastrophe. In der Gemeinde Warstein gab es einen Legionellen-Ausbruch und davon war auch die Warsteiner Brauerei betroffen. 

Dass beide Maßnahmen sich nicht positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt haben, ist quasi selbsterklärend.

Vor 16 Jahren hat mich die Brauerei nachhaltig beeindruckt. Man hat in Warstein Geld in die Hand genommen und hat einen eigenen Gleisanschluss reaktiviert. So transportiert nun die Brauerei mit der Westfälischen Landeseisenbahn von Warstein aus direkt nach Berlin, München, Hamburg und sogar Italien. In Hamburg werden die Container auf Schiffe verladen und gehen über den großen Teich in die USA. Lesenswerter Artikel dazu.

Toll finde ich aber auch, wie die Brauerei sich auf dem alkoholfreien Biermarkt positioniert hat. Erst fing man mit einem alkoholfreien Pilsener an und es folgte ein alkoholfreies Radler. Nachdem die Brauerei ein „Warsteiner Herb“ auf dem Markt gebracht hat, gab es dann auch eine alkoholfreie Version von dem. So hob sich Warsteiner von den anderen Brauereien ab. Meine Kritik an den so genannten „Fernsehbrauereien“ (Brauereien die Fernsehwerbung schalten) ist, dass deren alkoholfreien Biere recht ähnlich schmecken. Wenn ich in einem Restaurant bin und es wird ein alkoholfreies Warsteiner angeboten, freue ich mich sogar darüber.

Neue alkoholfreie Produkte

In der vorletzten Woche habe ich eine Plakatwerbung gesehen. Die Warsteiner Brauerei erweitert ihr Sortiment an alkoholfreien Bieren. Neu ist ein weiteres alkoholfreies Pilsener, nun eins mit 0,0 % Alkohol und das auch isotonisch ist. Also das Bier für nach dem Sport. Nun gibt es auch ein Warsteiner Grapefruit alkoholfrei und das bisherige alkoholfreie Pilsener hat ein neues Kleid erhalten. Die blaue Farbe des Etiketts wurde an das neue 0,0 %–Bier weitergereicht und in rot sehen wir nun das alkoholfreie Pilsener.

Einzigartig ist hier, dass eine Brauerei drei alkoholfreie Pilsener anbietet. Das habe ich bisher bei keiner anderen Brauerei gesehen. Ich kann nachvollziehen, dass der Wunsch da ist, ein alkoholfreies Bier tatsächlich ohne Alkohol anzubieten. Ich bin auch froh, dass man kein bisheriges Bier dafür ausgetauscht hat. Und das ist auch gut so! Das neue alkoholfreie Pilsener mit 0,0 % Alkohol ist mit den anderen alkoholfreien Pilsenern aus Warstein nicht zu vergleichen. Mein Fall ist das nicht. Es schmeckt zu wenig nach Pils, mir ist es zu malzig.

Wenn die Brauer aus Warstein nun das alkoholfreie Bier für sich entdeckt haben, hoffe ich, die eine oder andere Neuerung in deren Sortiment entdecken zu dürfen. Vor einiger Zeit hatte Warsteiner noch ein alkoholhaltiges Biermischgetränk mit Limette und Minze. Alkoholfrei habe ich das in Polen von der Brauerei Lech getrunken. Das war lecker und erfrischend. Ich war so frei, und habe das der Brauerei aus Warstein vorgeschlagen, dass das vielleicht eine weitere Idee für deren alkoholfreie Sortiment wäre. Wünschen darf man sich das ja.

Paderborner Pilgerbier

Zur Warsteiner-Gruppe gehören neben Warsteiner die Brauereien „König Ludwig“, „Frankenheimer“, „Herforder“, „Weißenburg Pilsener“, „Isenbeck“, „Paderborner Gold“ und „Paderborner Pilsener“. Vom Paderborner Pilsener gibt es ein alkoholfreies Pilsener und von deren Pilgerbier ebenfalls eine alkoholfreie Version. Auf das Pilsener muss ich nicht weiter eingehen. Dafür ist das alkoholfreie Pilgerbier ein Gewinn. Es ist nicht so herb wie ein Pilsener, sehr süffig und macht Appetit auf eine weitere Flasche. Bei mir in Wuppertal musste ich aber lange suchen und vorrätig ist es auch nicht immer.

Beim Weißenburg Pilsener denke ich direkt an meinen verstorbenen Onkel Paul aus Anröchte. Dort gab es immer das Weißenburg Pilsener. Er ist aber schon so lange tot, dass ich gar nicht die Chance hatte dieses Bier zu probieren. Es gibt aber bestimmt noch alte Familienfotos auf denen die Bierflaschen zu sehen sind.

Warsteiner – drei auf einem Streich
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